Afrikanische Schweinepest (ASP)

Was Hundemenschen besonders zu beachten haben

Da die Formulierung in der Tierseuchenallgemeinverfügung etwas für Verwirrung gesorgt hat und viele Hundehalter*innen nun dachten, sie dürften überhaupt nicht mehr mit ihren Hunden hinausgehen, möchte ich hier bekanntmachen, was ich in meinem Telefonat mit Frau Grützmacher, der amtlichen Tierärztin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes der Unteren Naturschutzbehörde in Beeskow, erfahren habe (vielen Dank, liebe Frau Grützmacher, für das nette und freundliche Gespräch).

Kern- und Gefahrenzone

"Stein des Anstoßes" war offensichtlich folgender Satz zur Gefahrenzone in der Tierseuchenallgemeinverordnung: Zusätzlich ordne ich gem. § 14d Abs. 5a und 7 folgende Maßnahmen an: 23. Die Nutzung landwirtschaftlicher oder forstwirtschaftlicher Flächen ist vorläufig untersagt.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir mit unseren Hunden dort nicht mehr spazieren gehen dürfen, sondern dass land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten nicht mehr durchgeführt werden dürfen.

FAZIT: In der Gefahrenzone dürfen wir mit unseren Hunden spazieren gehen, doch es sollen bestimmte Maßnahmen eingehalten werden, um Wildschweine nicht aufzuscheuchen:

  • Hunde sind ausnahmslos an der Leine zu führen.
    (Laut Tierseuchenallgemeinverordnung: 24. Hunde dürfen im gefährdeten Gebiet oder in Teilen dieses Gebietes nicht frei umherlaufen. Es gilt die Leinenpflicht.)
  • Nur Hauptwege benutzen, d.h. solche Wege, die auch von mehrspurigen Fahrzeugen befahren werden können.
  • Nicht mitten durch die Wälder spazieren, d.h. nicht auf Nebenwegen und schon gar nicht auf schmalen Waldpfaden.

In der Kernzone herrscht absolutes Betretungsverbot.

Siehe hierzu auch Tierseuchenallgemeinverordnung: Darüber hinaus ordne ich gem. § 25a Schweinepestverordnung für das Kerngebiet innerhalb des gefährdeten Gebietes an: 25. Das Betreten des Waldes und der offenen Landschaft ist verboten (Ausnahmen nur in ausgewählten Fällen).

Vorsichtsmaßnahmen bei Hunden

Hunde können zwar nicht an Afrikanischer Schweinepest (ASP) erkranken, jedoch ÜBERTRÄGER der Krankheit sein. Außerdem könnten sie sich bei Kontakt mit infizierten Tieren (auch Aas!) mit dem AUJESZKY-VIRUS anstecken (die Aujeszky-Krankheit ist eine meldepflichtige Virusinfektion, die tödlich verläuft und auch als "Pseudowut" bezeichnet wird, das Virus beherbergen hauptsächlich Schweine und die Ansteckung erfolgt über den Verzehr von rohem Schweinefleisch).

Folgende Vorsichtsmaßnahmen sind zu beachten:

  • Hunde stets an der Leine führen.
  • Nur auf Hauptwegen spazieren gehen.
  • Bei Tageslicht spazieren gehen (die Morgen- und Abenddämmerung, wo Wildschweine aktiv sind, eher meiden).
  • Hunde nicht stöbern lassen (oder nur an solchen Stellen, die einsehbar sind und wo keinerlei Kadaverteile liegen).
  • Kein Kontakt mit Wildtieren [das sollte sowieso prinzipiell selbstverständlich sein].
  • Wenn Du selbst ein verendetes Wildschwein liegen siehst, lass auf keinen Fall Deinen Hund zum Kadaver, nicht einmal daran schnüffeln! Melde bitte Deinen Fund (s.u.)!
  • Häufig findet man ein totes Wildschwein nicht im Ganzen, sondern nur noch einzelne verstreute Kadaverteile, die von Beutegreifern (Füchsen, Wölfen usw.) weiträumig verschleppt worden und gar nicht mehr als "Wildschwein" erkennbar sind. Halte daher Deinen Hund von jeglichen Kadaverresten fern. Wenn es sich bei verstreuten Aasresten um Wildschwein handeln könnte, melde bitte Deinen Fund (s.u.)!
  • Sollte es doch zu Kontakt des Hundes mit Kadaverresten gekommen sein, wasche die Schnauze und die Pfoten des Hundes gründlich mit Wasser ab.
  • Sollte Dein Hund einen Kadaverrest gegessen haben, suche sofort Deinen Tierarzt auf - es besteht die Möglichkeit einer Ansteckung mit dem Aujeszky-Virus.
  • Solltest Du Veränderungen im Verhalten Deines Hundes feststellen (z.B. Unruhe und Aggressivität oder auch Mattigkeit und Schlappheit) suche sofort Deinen Tierarzt auf - es besteht Verdacht auf Aujeszky-Krankheit.
  • Grundsätzlich ist es empfehlenswert, nach einem Spaziergang Schnauze und Pfoten des Hundes sowie unsere eigenen Schuhsohlen mit Wasser abzuspülen.
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Desinfektionsmaßnahmen-Wildschweinkontak
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Das alles klingt zunächst mal katastrophal, aber bedenkt bitte, dass die Worst-Case-Szenarien nur der Vollständigkeit halber hier aufgelistet sind. Im normalen Alltagsgeschehen werdet Ihr, v. a. wenn Ihr wirklich nur tagsüber und auf Hauptwegen unterwegs seid, kaum Wildschweine (weder lebendige noch tote) zu Gesicht kriegen. Falls doch, dann bitte meldet Eure Sichtung bzw. Euren Fund (s.u.)!

Meldepflicht

Jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unter Angabe des Fundortes (GPS Daten) dem Veterinäramt anzuzeigen. Die Kennzeichnung, Probenahme, Bergung und unschädliche Beseitigung ist ausschließlich durch geschultes und autorisiertes Personal durchzuführen.

Möglichkeiten der Anzeige sind: