hunde aus dem tierschutz

Schwerpunkte in der Arbeit mit Tierschutzhunden

Hauptschwerpunkt des Vereins Schlaubetal-Caniden e.V. im Training von Tierschutzhunden sind

  • sog. "Angsthunde",
  • gehörsbeeinträchtigte und taube Hunde,
  • mobilitätseingeschränkte Hunde,
  • Hundesenioren.

Vorausschicken möchte ich an dieser Stelle, dass ein Hund aus dem Tierschutz keinesfalls prinzipiell ein Problemhund ist - dies muss unbedingt gesagt sein, denn somit ist eines der Vorurteile gegen Tierschutzhunde von vornherein ad absurdum geführt. Außerdem - seien wir doch mal ehrlich - alle haben das eine oder andere Problem(chen), denn nobody is perfect  (was für Mensch und Tier gilt)! Im Allgemeinen sind die "normalen" Tierschutzhunde auch leichter vermittelbar - dass dies für sog. "Problemhunde" ebenfalls möglich wird, dafür setzt sich der Verein Schlaubetal-Caniden e.V.  ein.

 

In erster Linie nehme ich mich der unsicheren und ängstlichen Hunde an, bes. derer mit (deprivationsbedingten) Angststörungen unterschiedlichster Ausprägung. Durch die langjährige Betreuung von Hunden mit Deprivationssyndrom wurde ich nolens volens zur Spezialistin auf diesem Gebiet und möchte nunmehr mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben - zum Wohle von Tierschutzhunden sowie zur Unterstützung gestresster Tierheimmitarbeiter*innen und verzweifelter Hundehalter*innen.

 

Jahrelanges Beobachten von Interaktionen in Hundegruppen (und auch in Wolfsrudeln/-gruppen) hat mich zur Expertin für Kommunikation und Körpersprache der Caniden werden lassen - Kenntnisse und Fähigkeiten, die für gutes Hundetraining grundsätzlich nötig sind, aber in besonderem Maße für den Umgang mit gehörsbeeinträchtigten und tauben Hunden.

 

Die TellingtonTouch-Ausbildung in Körper- und Bodenarbeit für Pferde kommt mir - neben kontinuierlicher Weiterbildung in Mobilitätstraining für Hunde - bei der Bewegungstherapie für mobilitätseingeschränkte Hunde zugute, wobei ich hier stets mit einer Fachfrau bzw. einem Fachmann für Tier-Physiotherapie zusammenarbeite.

 

Mein Herz schlägt zudem ganz besonders für alte Hunde. Denn im Tierschutz gelten Hundesenioren in der Regel als kaum bis gar nicht vermittelbar, leiden aber meistens umso mehr unter den stressigen Bedingungen, die ein Tierheim im Allgemeinen mit sich bringt (wobei die Bezeichnung "alter Hund" heutzutage oft unangemessen ist, wenn bereits zwei- oder dreijährige Hunde als "zu alt" angesehen bzw. aus demselben "Grund" fünf- bis sechsjährige Hunde im Tierheim abgegeben werden - oder Schlimmeres). Für mich ist es ein sehr kostbares Geschenk, einen Hund bis ins hohe Alter begleiten zu dürfen, dabei entsteht eine unbeschreiblich innige Verbundenheit, auch wenn einem der Abschied jedesmal das Herz zerreißt. Aber wenn man ein so großes Herz hat wie ich, dann ist darin viel Platz für viele "graue Schnauzen":-)

Zusammenarbeit mit Tierheimen

Da der Verein Schlaubetal-Caniden e.V. sich aktiv für den Tierschutz einsetzt, bieten wir Tierheimen nicht nur Pflegestellen für Hunde, sondern auch besondere Trainingsprogramme vor Ort an. Ebenso werden Menschen, die einen Hund (oder mehrere Hunde) aus dem Tierheim zu sich genommen haben oder daran denken, dies zu tun, von uns durch ermäßigte Trainingskosten vorab, bei der Eingewöhnung, Alltagserziehung und bei Problemen unterstützt. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten!

Zurzeit arbeite ich mit dem Tierheim am See in Eisenhüttenstadt zusammen.

Hundetraining für Tierheime

Basistraining für Tierheimhunde dient natürlich prinzipiell dazu, deren Vermittlungschancen zu erhöhen, in erster Linie aber soll es den Hunden selbst mehr Lebensqualität bringen. Hunde, die im Tierheim ganz besonders gestresst sind, alte, gehandicapte Hunde, Auslandshunde und v.a. Angsthunde sowie andere sog. "Problemhunde" brauchen spezielle Betreuung. Dazu will und kann der Verein Schlaubetal-Caniden e.V. einen Beitrag leisten - entweder als "Mobiles Hundetraining" vor Ort oder im vereinseigenen Trainingsbereich, wohin (ehrenamtliche) Tierheimmitarbeiter*innen die Hunde stundenweise bringen können (sofern Autofahren ihnen keinen Stress macht - in diesem Fall müsste zuvor behutsames Auto-Training im Tierheim stattfinden).

Auf der Grundlage von aktuellen und fundierten kynologischen sowie lerntheoretischen Erkenntnissen arbeite ich mit Hunden selbstverständlich absolut gewaltfrei und grundsätzlich freundlich, ruhig und einfühlsam in wesensgemäßer, spielerischer und positiver Weise, wobei ich von der momentanen Situation und Befindlichkeit des Tieres ausgehe und das Training demgemäß individuell adaptiere.

Zu Beginn wird anhand der Wünsche und Zielvorstellungen des Tierheims und nach Kennenlernen des Hundes (ev. auch mithilfe funktionaler Verhaltensanalyse) ein Trainingsplan erstellt, den ich mit den Tierheimmitarbeiter*innen bespreche (dabei sind natürlich auch noch Änderungen in der Trainingsgestaltung möglich). Nach "Stundenplan"-Vereinbarung kann das Hundetraining starten, im Allgemeinen - v.a. anfänglich - nur in Form von Einzeltraining.

Auch die Tierheimmitarbeiter*innen werden in das Training mit einbezogen, zum einen sollen die Hunde nicht nur zu mir Vertrauen aufbauen, sondern ebenso zu anderen Menschen, des weiteren ist es nötig, die Übungen in gewohnter Weise mehrmals täglich jeweils für ein paar Minuten (anfangs häufig sogar nur ein paar Sekunden) mit den Hunden durchzuführen, damit tatsächlich ein Lernprozess entstehen kann.

Für Tierheime biete ich alle Beratungs- und Trainingsprogramme zu ermäßigten Preisen an. Behinderungsbedingt ist es mir leider nur möglich, nahe gelegene Tierheime zu besuchen und das keinesfalls täglich. Aber wenn Du als Tierheimleiter*in - wo immer auch - Bedarf siehst, kontaktiere mich doch einfach! Gemeinsam finden wir sicherlich eine gute Lösung - manchmal reicht schon ein Gespräch, ein Tipp oder eine Buchempfehlung, zudem kann ich Dich über mein Netzwerk an kompetente Kolleg*innen in Deiner Nähe vermitteln oder es findet sich eine Betreuungsperson, die mit Deinem ganz speziellen "Sorgenkind" einige Tage bei Schlaubetal-Caniden e.V. verbringt.

Trainingsprogramme für Tierheime

Doggy-ABC

Erlernen wesentlicher Stimm- und Handsignale, z.B.:

- Reagieren auf den Namen

- Blickkontakt

- Rückruf

- Warten

- Bleiben

- Stillhalten

- Etwas hergeben

- Locker an der Leine

- und natürlich auch Sitz & Platz

(Unsichtbare) Leine

Leinenführigkeit gehört zur Grundausbildung, denn in vielen Alltagssituationen ist es notwendig oder sogar unerlässlich, dass Hunde an der Leine sind: 

- spielerisches Kennenlernen und schrittweises Anlegen von Brustgeschirr und Leine

- Locker an der Leine

- Blickkontakt

- Rückruf

- Schleppleine

- "Unsichtbare" Leine


Anti-Stress-Trainingsprogramme

Für mehr Ausgeglichenheit:

- "Mutmacher" für ängstliche Hunde

- "Stressfrei" für extrem nervöse Hunde

- "Zappelphilipp" für hyperaktive Hunde

- "Impulskontrolle" für Hunde, die sich situationsunangepasst und ungehemmt verhalten

- "Hütehunde-Powertraining" für übereifrige "Workaholics" (Hüteveranlagung ausleben - ganz ohne Schafe & Co.)

- und für alle Hunde, die schnell gestresst sind:

- Konditionierte Entspannung

- Marker- bzw. Clickertraining

- Ruhige Such- und Apportierspiele

- Mental Fun

- Social Walks

Alltagsgewöhnung, insbes. für Angsthunde

Nach funktionaler Verhaltensanalyse wird ein individuelles verhaltenstherapeutisches Programm erstellt:

- Aufbau des Selbstvertrauens und des Vertrauens zum Menschen

- Stressreduktion (z.B. Konditionierte Entspannung)

- Gegenkonditionierung & systematische Desensibilisierung

- Alternativverhalten als Coping-Strategie

- Marker- bzw. Clickertraining

- Habituation & Ritualisierung

- Suchspiele & Nasenarbeit

- B.A.T. (Behaviour Adjustment Training)

[je nach Bedarf auch Naturheilkunde, Medikation (nur mit tierärztlicher Absprache), Massagen, Tellington-Touch, Hilfsmittel (z.B. Bandagen, Körpershirts) usw.]


Dogwalker-Schulungen für "Gassigeher*innen"

Spaziergänge stellen für Tierschutzhunde eine wertvolle Bereicherung dar: sie ermöglichen "Zeitunglesen", bieten Abwechslung und Frohsinn, also eine "Auszeit" vom Tierheimalltag - was jedoch nicht zu einer zusätzlichen Stressbelastung führen darf. Die Hunde sollen keinesfalls in ständiger Erwartungsangst leben, wer denn nun wieder etwas von ihnen will!

Deshalb ist es wichtig. die Helfer*innern auf ein gemeinsames Ausbildungsniveau zu bringen (erstrebenswert wären natürlich Stammgassigeher*innen, welche die Hunde regelmäßig ausführen- somit haben sie die Möglichkeit, sich aneinander zu gewöhnen und einander wirklich kennenzulernen).

Um den Hunden Sicherheit zu vermitteln, werden gewisse Abläufe von allen Mitarbeiter*innen stets gleich gestaltet - quasi wie Rituale. Die Tiere wissen dann, worauf sie sich einstellen und dass sie die Spaziergänge einfach genießen können.

Ganz besonders wichtig ist das Kennenlernen, Üben und richtige Anwenden der Regeln für respektvollen, achtsamen und sanften Umgang sowie für freundlichen, ruhigen und angenehmen Umgangston mit Hunden. So werden die Ausflüge mit den fremden Menschen langsam zu etwas Vertrautem und fördern das Wohlbefinden der Tierheimhunde.

Kinder dürfen Hunde nur in Begleitung eines Erwachsenen ausführen, wenn beide die Gassigeher*innen-Schulung absolviert haben.

ZIELPERSONEN:

Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, die gerne mit Hunden spazieren gehen (der Einführungskurs für Dogwalker findet zu festgesetzten Terminen an zwei aufeinanderfolgenden Nachmittagen bzw. Abenden statt und ist kostenfrei).

Pflegehund aus dem Tierheim?

Schulungen und Fortbildungen

Du spielst mit dem Gedanken, einen Pflegehund aus dem Tierheim aufzunehmen?

In der Pflegestellen-Schulung erfährst Du, welche Voraussetzungen dafür nötig sind, welche Vorbereitungen Du zu treffen hast, wie Du die nötige Sicherheit gewährleistest, wie Du das erste Kennenlernen und die Eingewöhnungsphase am angenehmsten für den Pflegehund (und etwaige andere Tiere im Haus) durchführst, welche Methoden es zum Stressabbau gibt, wie Du den Pflegehund richtig förderst (ohne ihn zu über- bzw. unterfordern), was Du bei auftretenden Problemen am besten machst und wie Du mithilfst, ein neues Zuhause, einen Dauerplatz für Deinen Pflegehund zu finden.

Aber auch erfahrene Pflegestellen-Betreuer*innen können die Möglichkeit nutzen, dazu zu lernen. In diesen Pflegestellen-Fortbildungen wird über spezifische Integrationsprobleme bei (Pflege-)Hunden sowie über allgemeine kynologische, also Hunde-Themen referiert, z.B. Ausdrucksverhalten, Lernen, Training, Ernährung etc. - man lernt ja bekanntlich nie aus;-)

Alle Schulungen und Weiterbildungen beruhen auf multimedialen interaktiven Vorträgen, wo viele Fotos und Videos zur Anschauung gezeigt, ebenso Trockentraining, Rollenspiele und weitere Praxisübungen durchgeführt werden. Fragen sind selbstverständlich immer willkommen.

Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.