"Handicaphunde"

Mit der Bezeichnung "Handicaphunde" sind im Allgemeinen vorwiegend Hunde mit körperlichen Einschränkungen gemeint (z.B. blinde, taube oder beinamputierte Hunde, tw. auch alte Hunde). Hingegen Hunde aus dem Tierschutz (und leider nicht nur solche), die aufgrund des allgegenwärtigen Stress im Tierheim Hyperaktivität, Stereotypien und Zwangsverhalten entwickelt haben, denen es an Alltagssozialisierung oder schlichtweg an Erziehung mangelt, die vielfach verunsichert oder gar verängstigt sind, weil sie Traumatisierung und/oder Deprivation ausgesetzt waren, bleiben ihr Leben lang mehr oder weniger psychisch gehandicapt.

Wenngleich sie sich in liebevollen, geduldigen und kompetenten Händen nicht nur als alltagstaugliche Familienhunde, sondern auch als "Helping Dogs" im Therapie- und Assistenzhundebereich entpuppen können, benötigen sie zeitlebens nichtsdestotrotz möglichst stressfreie Trainings- und Prüfungssituationen in vertrautem Setting, gänzlich ohne Zeit- oder Leistungsdruck. Solche Hunde haben "besondere Bedürfnisse", genauso wie Menschen mit Handicap - dies in die Öffentlichkeit zu tragen und darüber aufzuklären, bei Ausbildungen und Prüfungen darauf einzugehen, ohne die Tiere zu bemitleiden oder gar zu diskriminieren, ist ein wesentliches Anliegen von Schlaubetal-Caniden e.V. 

Für "Handicaphunde" gilt derselbe Wahlspruch wie für "Handicapmenschen": Disabled doesn´t mean unabled - auch Hunde mit Beeinträchtigung können hervorragende Familienhunde oder sogar "Helping Dogs" werden, wenn wir ihnen die Chance dazu geben (siehe Speedy).

Trotzdem müssen - wie bei Menschen - die besonderen Bedürfnisse von Hunden mit Einschränkungen unbedingt berücksichtigt werden; außerdem ist zu bedenken, dass viele dieser Hunde ihr Leben lang seelisch und im Sozialverhalten gehandicapt bleiben, d.h. mit ihnen nie komplett eine sog. "Alltagstauglichkeit" [schreckliches Wort!] erreicht werden kann.

Mehr dazu unter Deprivation.