Projekt "Handicap-Dogging"- fit mit Handicap (für Hunde und Menschen)

Wie die Situation in Deutschland ist, muss ich erst recherchieren, aber in Österreich ermöglicht es alleiniglich der ÖBdH (Österreichischer Berufsverband der Hundeerzieher, -trainer und -verhaltensberater) mit dem Angebot "Alltagstauglichkeit für Handicaphunde" auch Hunden mit Einschränkungen, im Hundesport aktiv zu sein und ihr Können zur Schau zu stellen.

Daher entwickelte ich bereits in Österreich das Fit&Fun-Programm "Handicap-Dogging", welches sowohl Hunden als auch Menschen mit Handicap erlaubt, Hundesport zu betreiben: individuell adaptiert und in Slow Motion, d.h langsamen, konzentriert ausgeführten Bewegungsabläufen, ohne Leistungs- und Zeitdruck. Selbst für Menschen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht neben ihrem Hund herlaufen können, gibt es Optionen:  diese führen ihre Hunde nämlich aus der Entfernung durch den Parcours - "nur" mittels Körpersprache, Hör- und Sichtzeichen. Somit verbessert diese Handicap-Hundesportart v.a. Distanzarbeit, Bindungsaufbau und Impulskontrolle. Da es keine Sprünge gibt und die Hindernisse individuell je nach Mensch-Hund-Team variieren, können ebenso gehandicapte Hunde daran teilnehmen.

Durch diese hundegestützt-rehabilitativen Fitnessaktivitäten werden Menschen mit Behinderung bestärkt, selbstbestimmt zur Verbesserung ihrer physischen, psychischen und mentalen Gesundheit beizutragen und gleichzeitig ein sinnvolles, tiergemäßes und spannendes Bereicherungs-, Beschäftigungs- und Erziehungsprogramm für ihre Hunde zu nutzen. Zudem profitieren ebenso Hunde mit Handicap davon, denn die behutsamen Mobilisationsübungen beim "Handicap-Dogging" beziehen sich nicht nur auf tiergestützten Behindertensport für Menschen, sondern auch auf Gymnastizierung für Hunde zur Förderung deren körperlicher und kognitiver Beweglichkeit, was erwiesenermaßen die Bindung zum Menschen stärkt und somit positiv, wohltuend und harmonisierend auf Tier und Mensch wirkt.

Hingegen nicht nur Hunde mit seelischen oder körperlichen Handicaps (z.B. Problemen am Bewegungsapparat, die noch dazu - oft unerkannt - Schmerzen haben), profitieren physisch, psychisch und mental von ganzheitlichen Wellnessbehandlungen, Gymnastizierung und Fitnesstraining: Übungen zum Aufbau von Stabilisation, Koordination und Kraft, sowie zur Verbesserung von Beweglichkeit und Ausdauer tun ebenso allen Gesunden gut - Hunden und Menschen;-)

 

Hundesport mit Behinderung

Die Begleithundeausbildung ist sehr wohl eine der beliebtesten Sparten im Rahmen der Hundesportverbände, jedoch macht eine Begleithundeprüfung per definitionem längst noch keinen "Helping Dog", geschweige denn Assistenzhund aus, welcher einem behinderten Menschen die selbstständige Bewältigung seines Alltags erleichtert, teilweise überhaupt erst ermöglicht. Um all die vielfältigen Hilfeleistungen verlässlich ausüben zu können, benötigen Assistenzhunde neben gesundheits- und wesensmäßiger Eignung eine intensive Spezialausbildung, welche weit über Begleithundeanforderungen, Obedience und andere Hundesportarten hinausgeht, vielmehr individuell auf die jeweiligen besonderen Bedürfnisse "ihrer" Menschen abzielt.

Begleithunde hingegen werden nicht nur unter anderen Aspekten, zu anderen Zwecken und mit anderen Mitteln ausgebildet, sondern Hunde(sport)verbände stellen erfahrungsgemäß keine geeigneten Wirkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung dar (heutzutage gibt es nicht einmal noch Handicapklassen im Begleithundesport).

Im Allgemeinen sind Hundeverbände nicht auf Menschen mit Einschränkungen, schon gar nicht auf Menschen mit schwerer Behinderung ausgerichtet, wodurch diese Bevölkerungsgruppe automatisch vom Hundesport ausgeschlossen wird. Zur Situation in Deutschland muss ich erst recherchieren, doch in Österreich bietet nur der ÖKV (Österr. Kynologen-Verband) "Handicap-Breitensport" an, eine in Unterordnung und Laufbewerbe (Slalom-, Hürden- und Hindernislauf) eingeteilte Hundesportart, bei der Gehorsam des Hundes, Teamarbeit, Präzision und Schnelligkeit gefragt sind. Die behinderte Hundeführerin/der behinderte Hundeführer wird dabei verpflichtend von einer weiteren hundeerfahrenen Person unterstützt und geleitet, was gut gemeint ist, jedoch in vielen Fällen eigentlich "entmündigt", weil offensichtlich generell keinem Menschen mit Behinderung zugetraut wird, eigenständig Hundesport zu betreiben.

Hier möchte der Verein Schlaubetal-Caniden e.V. - als Anregung zum Umdenken bei Verbänden, damit behinderte Menschen nicht weiterhin diskriminiert werden, sowie zur allgemeinen Förderung von Freizeitsport mit Hunden - eine Lücke schließen. Im Rahmen des von mir entwickelten Fit&Fun-Programms "Handicap-Dogging" können ebenso Menschen mit Beeinträchtigung Hundesport betreiben: wie oben bereits beschrieben, individuell adaptiert und in Slow Motion.

Der Verein sucht diesbezüglich die Zusammenarbeit mit Deutschen Hundesportverbänden, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, Bedingungen und Regeln entsprechend umzugestalten und in der Praxis zu erproben. So bekämen auch behinderte Menschen durch Aufbau und Etablierung von speziell für ihre besonderen Bedürfnisse adaptierten "Handicapklassen" mittels einer eigenen Disziplin, wie z.B. Handicapbegleithundesport, die Chance auf Partizipation im Hundesport. Ein "Helping Dog" wäre demgemäß ein adäquates "Mittel", damit behinderte Menschen in ihrer Freizeit Begleithundesport ausüben und ihren Hund tier- und verhaltensgemäß beschäftigen könnten.

Über weitere Entwicklungen wird auf dieser Seite laufend berichtet.

 

Im "Handicap-Dogging" benutzt man häufig bloß die eigenen Hände und/oder umfunktionierte Alltagsgegenstände, doch es sind zusätzlich spezielle Hilfsmittel nötig, z.B. stabile und wetterfeste Parcoursgeräte, Rampen als Auf- und Einstiegshilfe, physiotherapeutisches Zubehör, Gymnastikgeräte etc. - leider ist das alles ziemlich teuer!

DARUM: Bitte helfen Sie uns beim Ausbau des Schwerpunktes "Handicap-Dogging" durch Geld- und Sachspenden, (selbstgebaute) Parcours- und Gymnastizierungsgeräte oder den Erwerb einer (Förder-)Mitgliedschaft!