assistenzhund-ausbildung

Ausbildungswege

Selbstausbildung - Dualausbildung - Fremdausbildung

In der Ausbildung von Assistenzhunden gibt es verschiedene Wege: Selbst-, Dual- und Fremdausbildung. Bei der SELBSTAUSBILDUNG wird der Hund von der/dem Betroffenen - wie der Name schon sagt - selbst ausgebildet. Eine Selbstausbildung unter kompetenter Anleitung und Supervision nennt man DUALAUSBILDUNG. Bei der FREMDAUSBILDUNG wird der Hund von einer qualifizierten Organisation ausgebildet und kommt - nach einer betreuten Zusammenschulungszeit - quasi als "fertiger" Assistenzhund zu einem passenden Menschen.

 

Bei Schlaubetal-Caniden e.V. findet lediglich die Vorbereitungsphase von ausgesuchten Tierschutzhunden, die sich zum Assistenzhund eignen, in Form der Fremdausbildung statt (z.B. Sozialisierung, Basiserziehung). Ansonsten bevorzuge ich die Methode der SELBST- bzw. DUALAUSBILDUNG, denn auch ein Mensch mit Behinderung kann so angeleitet werden, dass er in der Lage ist, seinen Hund zu erziehen und zu trainieren. Während des gesamten Ausbildungsprozesses werden Sie von mir begleitet, geschult und gecoacht.

Der Vorteil dabei ist evident: Mensch und Hund leben und arbeiten von vornherein zusammen, weshalb zwischen ihnen nicht nur eine enge, vertrauensvolle Beziehung entsteht, sondern die Hundehalterin/der Hundehalter unter professioneller Anleitung kynologisch relevante praktische und theoretische Fachkompetenzen erlernt, um mit ihrem/seinem Hund verantwortungsvoll umzugehen und ihn mit positiven Methoden selbst auszubilden.

Im eigenen Tempo - ohne Zeitdruck und Stress - entwickeln sich Mensch und Hund in kleinen Schritten zu einem Team und schaffen somit die bestmögliche Basis für ein harmonisches Miteinander: eine vertrauensvolle Bindung.

Als Assistenzhundetrainerin bin ich Ausbildungs- und Übungsleiterin sowie begleitende Beraterin.

Der behinderte Mensch wird nicht entmündigt, sondern ist eigenverantwortlicher Auftraggeber mit Rechten und Pflichten, dabei gleichzeitig Lernender und Lehrender. Auf diese Weise können Sie alles, was für das Leben mit einem (Assistenz-)Hund wesentlich ist, umfassend begreifen und selbstständig anwenden.

 

Nicht zu unterschätzen ist auch der finanzielle Aspekt: ein komplett fremdausgebildeter Assistenzhund kostet naturgemäß sehr viel Geld. Hingegen reduzieren sich die Kosten bei Selbst-/Dualausbildung erheblich, aber dafür muss man eben selbst mehr tun! Doch ich vermag aus eigener Kenntnis zu behaupten: es lohnt sich allemal - für Mensch und Hund! Diese unglaublich spannende und beglückende Erfahrung, gemeinsam das "Abenteuer" Ausbildung zu durchleben, miteinander und voneinander zu lernen, zusammenzuwachsen, sich immer besser aufeinander einzustellen und ein echtes Team zu werden, zählt zu den innigsten und berührendsten Erlebnissen in der Mensch-Hund-Beziehung.

Ausbildungssteps zum Assistenzhund

Ausbildungsmethode bei Schlaubetal-Caniden e.V. ist in erster Linie die SELBST- bzw. DUALAUSBILDUNG, d.h. Sie bilden Ihren Hund (unter meiner fachlichen Anleitung und Supervision) selbst aus. Im Allgemeinen dauert die Ausbildung - je nach Wissensstand des Menschen und Trainingslevel des Hundes - ca. ein bis zwei Jahre, darin inkludiert ist auch die Prüfungsvorbereitung sowie die Durchführung der Assistenzhundeprüfung für Hund und Mensch (in Deutschland existiert zwar (noch) keine staatliche Assistenzhundeprüfung, aber Schlaubetal-Caniden e.V. ist eines unter den seriösen Assistenzhundezentren, die sich für einheitliche Ausbildungs- und Prüfungsstandards einsetzen, siehe auch meine Anmerkungen weiter unten bei "Prüfung und Zertifizierung").

Wir lassen unsere Teams nach absolvierter Ausbildung jedoch nicht allein, sondern bieten individuell abgestimmte Nachbetreuung an (Einzelstunden vor Ort, webbasierte Beratungsgespräche, Telefonate, E-Mails usw.) - zusätzlich gibt es bei uns auch noch die Möglichkeit zur Fortbildung für Assistenzhundehalter*innen.

Vorbesprechung

Nach Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung per Telefon oder E-Mail findet ein Treffen bei Schlaubetal-Caniden e.V. statt, welches in erster Linie dazu dient, einander in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen. Wir besprechen dabei Ihre eigene Situation und die Erwartung, die Sie an Ihren zukünftigen Assistenzhund stellen (sofern Sie Ihren eigenen Hund ausbilden möchten, ist ein tierärztlicher Gesundheits-Check mitzubringen):

  • Informations- und Beratungsgespräch
  • Vorzeigen von Hilfeleistungen mittels Fotos und Videos oder auch "live" durch meine eigenen Assistenzhunde
  • Spielerischer Eignungstest Ihres Hundes: Freundlichkeit, Verträglichkeit, Wesensfestigkeit, Reizschwelle, Menschenbezogenheit, Gehorsamsbereitschaft, Arbeitswille, Konzentrationsfähigkeit, Ablenkbarkeit, Motivation usw.

Besonders für Menschen ohne eigenen Hund oder ohne Hundeerfahrung ist wesentlich, dass Sie prinzipiell in der Lage und auch willens sind, einen Hund zu führen, zu versorgen und zu erziehen, dass Ihnen bewusst ist, welch große Verantwortung Sie für den Helfer an Ihrer Seite übernehmen (ein Hund ist eben kein Mobilitäts-Gerät, sondern ein fühlendes, denkendes und kommunikatives Sozialwesen). Die Beziehung zwischen dem behinderten Menschen und seinem Assistenzhund beruht auf beiderseitigem Geben und Nehmen: der Hund ist für Sie da und unterstützt Sie im Alltagsleben, während Sie die Verpflichtung (und Freude) haben, sich um Ihren Hund - seinen Bedürfnissen entsprechend - zu kümmern, ihn zu füttern, zu pflegen, mit ihm zu kuscheln und spazieren zu gehen (auch im Rollstuhl oder mit Gehbehelfen) und ihm seine artgemäße Freizeit mit ausreichendem Ruhen, Spielen, Sozialkontakt und Freilauf zu ermöglichen - ihn auch einfach mal "nur" Hund sein lassen.

 

Für Sie sind all diese Pflichten zum Wohl des Hundes selbstverständlich?

Sie haben die Bereitschaft, sich laufend über Hunde und Hundewissenschaften weiterzubilden?

Gemeinsam mit Ihrem Hund wollen Sie sich neuen Herausforderungen stellen?

Oder - falls Sie selbst noch keinen Hund haben: Sie freuen sich darauf, Ihr Leben mit einem Hund zu teilen? [In diesem Fall unterstütze ich Sie bei der Auswahl eines passenden (Tierschutz-)Hundes und in der Eingewöhnungsphase.]

Dann ist es soweit!

 

Wenn Sie die Assistenzhunde-Ausbildung bei Schlaubetal-Caniden e.V. absolvieren möchten und Ihr Hund grundsätzlich geeignet ist, wird ein AUSBILDUNGSVERTRAG (inkl. VEREINSMITGLIEDSCHAFT) abgeschlossen - das Mensch-Hund-Team erhält eine Info-Mappe und auch ein für beide nützliches Willkommensgeschenk!

Praxis-Ausbildung

Die praktische Ausbildung des Mensch-Hund-Teams findet vorwiegend als Einzeltraining statt (gegebenenfalls auch in interaktiven Kleingruppen) und umfasst mehrere Bereiche:

  • Sozial- und Umweltverhalten
  • Gehorsam
  • Allgemeine Hilfeleistungen
  • Spezifische Hilfeleistungen (Aufgabenkatalog mit individuell auf den persönlichen Bedarf abgestimmten Hilfeleistungen)

Die Trainingseinheiten werden ein- bis zweimal monatlich als mehrtägige bzw. Wochenend-Workshops abgehalten, wobei natürlich für ausreichend Pausen - sowohl für Mensch als auch Hund - gesorgt wird. In der Zeit zwischen den Workshops übt, vertieft und erweitert das Mensch-Hund-Team alles Gelernte in Eigenarbeit (dabei wird ein Trainingstagebuch geführt). Sollten akute Fragen oder Probleme auftreten, die nicht bis zum nächsten Workshop warten können, besteht zwischendurch nach Terminvereinbarung die Möglichkeit für telefonische oder webbasierte Beratungsgespräche.

Theorie-Ausbildung

Durch die theoretische Ausbildung bekommen Sie das erforderliche Wissen, das Siebenötigen, um Ihrem Hund ein artgemäßes Leben zu ermöglichen, ihn entsprechend zu versorgen und mit positiven Mitteln zu erziehen. Zudem bietet die Theorie-Ausbildung auch eine qualifizierte Vorbereitung zur schriftlichen Sachkundeprüfung, den theoretischen Teil der Teambeurteilung (siehe unten: Prüfung und Zertifizierung).

 

Wesentliche Inhalte der Theorie-Ausbildung:

  • Entwicklungs- und Lebensphasen des Hundes
  • Haltung und Pflege
  • Ernährung und Gesundheit
  • Ausdrucksverhalten/Kommunikation
  • Sozial- und Lernverhalten
  • Stressmanagement
  • Beschäftigung, Erziehung und Ausbildung
  • (Assistenz-)Hund in der Öffentlichkeit
  • (Assistenz-)Hund im Recht

Der Erwerb des theoretischen Wissens erfolgt in aufeinander Bezug nehmenden Modulen:

  • Proaktive Seminare (vor Ort bei Schlaubetal-Caniden e.V.)
  • Webinare
  • Selbststudium

Die Teilnehmer*innen erhalten ein Skriptum (als PDF-Datei bzw. E-Book) und zusätzlich eine Liste mit verpflichtender sowie empfohlener Literatur (wobei die Bücher auch über die Fachbibliothek bei Schlaubetal.Caniden e.V. entlehnt werden können).

Prüfung und Zertifizierung

In Deutschland ist die Gesetzeslage um Assistenzhunde leider (noch) nicht geklärt - in Österreich hingegen existiert seit 2015 eine standardisierte staatliche Assistenzhundeprüfung (nähere Infos HIER), nach deren Vorbild seriöse Ausbildungsstätten in Deutschland (darunter auch Schlaubetal-Caniden e.V.) daran arbeiten, ähnliche allgemeingültige verbindliche Richtlinien zu implementieren. Zurzeit ist es in Deutschland leider so, dass jeder Mensch seinem Hund eine Kenndecke mit der Aufschrift "Assistenzhund" umhängen kann, um damit bspw. gewisse Zugangsrechte einzufordern. In der Mehrheit der Fälle sind diese Hunde jedoch schlecht ausgebildet, d.h. sie verhalten sich in der Öffentlichkeit dementsprechend, verärgern damit bspw. Geschäftsinhaber*innen etc. und bringen "echte", gut ausgebildete Assistenzhunde sowie deren Besitzer*innen, die aufgrund ihrer Behinderung tatsächlich auf das Mitführen ihres Assistenzhundes angewiesen sind, in Verruf!

 

Auch viele Hundeschulen springen auf den lukrativen Karren "Assistenzhundeausbildung" auf und bieten nunmehr - meist um unerhört viel Geld! - "maßgeschneiderte" Assistenzhunde(ausbildungen) an, ohne jedoch über die ungeregelte Lage aufzuklären. Unverschämterweise gaukeln sie dabei ihren Kund*innen häufig noch vor, sie müssten eine - wiederum extrem teure! - Assistenzhundeprüfung in ihrer Hundeschule absolvieren, weil sie erst danach die volle Anerkennung (mitsamt Ausnahmegenehmigung für Zutritte mit Hund) erhielten! Vom respektlosen Umgang mit behinderten Menschen und der mangelnden Qualität der Ausbildung nun mal ganz abgesehen ...

 

Sogar Tierschutzhunde werden gerne als "Assistenzhunde" instrumentalisiert, damit sich bspw. TV-Hundetrainer*innen auf deren (körperliche und v.a. seelische) Kosten profilieren können - für mich, die ich seit vielen Jahren mit hoher Achtsamkeit und Kompetenz geeignete Tierschutzhunde zu Assistenzhunden ausbilde, völlig verantwortungslos und daher ein absolutes No-go (siehe hierzu auch meine Publikation Superhunde sind KEINE Assistenzhunde)!

 

Um einen Durchblick in all dem unübersichtlichen Wirrwarr zu finden, empfehle ich, sich eingehender mit der Thematik "Assistenzhunde" zu befassen, wobei diese Website bereits einen ersten Schritt dazu darstellt und ich natürlich bereit bin, Anfragen per Telefon oder E-Mail zu beantworten. Außerdem biete ich in regelmäßigen Abständen Info-Veranstaltungen über Assistenzhunde an.

Eine sehr gute Übersicht erhalten Sie in einer empfehlenswerten Webinar-Serie, angeboten von Associata-Assistenzhunde e.V., die umfassende Infos zum Thema Assistenzhunde bringt: Ich wünsche mir einen Assistenzhund.

 

Verständlicherweise kann eine Assistenzhundeausbildung nicht kostenfrei sein, aber es besteht eben ein Unterschied zwischen Angemessenheit und Ausbeutung, noch dazu ist es im höchsten Maße unanständig, Menschen, die sich vertrauensvoll an eine Ausbildungsstätte wenden, essentielle Informationen vorzuenthalten und sodann ihre Gutgläubigkeit auszunutzen.

 

Schlaubetal-Caniden e.V. geht den Weg der Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz. Ich mache Ihnen nichts vor, sondern erkläre Ihnen genau, was Sache ist, nehme mich einfühlsam Ihrer Wünsche, Hoffnungen, Sorgen und Fragen an, erarbeite einen speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Trainingsplan. berate und unterstütze Sie während Ihrer gesamten Ausbildungszeit (und auch darüber hinaus).

Aus diesem Grund gibt es bei Schlaubetal-Caniden e.V. keinen "Massenbetrieb", sondern persönliche und individuelle Betreuung. Immerhin arbeiten wir ein bis zwei Jahre zusammen an einem Ziel: Sie und ihren zukünftigen Assistenzhund zu einem vertrauensvollen und kompetenten Team zu machen!

Die nachfolgend beschriebenen Prüfungsverfahren legen quasi eine Idealversion für die Zukunft dar, wenn es denn doch endlich auch in Deutschland einheitliche Regeln für die Ausbildung und Zertifizierung von Assistenzhunden geben wird. In der Zwischenzeit lassen Sie sich bitte von niemandem einreden, Sie müssten eine Assistenzhundeprüfung ablegen! Sie könne, wenn Sie wollen, schließlich dient eine Prüfung auch der Reflexion über Ihren eigenen momentanen Wissensstand und den Trainingslevel Ihres Hundes!

 

In Anlehnung an das österreichische Prüfung- und Zertifizierungsverfahren stelle ich Ihnen hier eine mögliche Option vor:

Das Beurteilungsverfahren gliedert sich in zwei Prüfungsabschnitte:

  • Qualitätsbeurteilung
  • Teambeurteilung

Qualitätsbeurteilung

Voraussetzung für die Zulassung zur Qualitätsprüfung ist der Nachweis der gesundheitlichen Eignung Ihres Hundes für die Verwendung als Assistenzhund. Diese tierärztliche Untersuchung beinhaltet:

  • Klinische Untersuchung einschl. Blutbild
  • Orthopädische Untersuchung und Röntgen
  • Neurologische Untersuchung
  • Verhalten während der Untersuchung

Mit  positivem Bescheid zur gesundheitlichen Eignung des Hundes erfolgt die Qualitätsbeurteilung, die Sie gemeinsam mit Ihrem Hund durchlaufen. Es werden die während der Ausbildung erarbeiteten allgemeinen und speziellen Anforderungen überprüft.

Teambeurteilung

Die Teamprüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil:

  • Theorieprüfung - Nachweis Ihrer kynologischen Kenntnisse,
  • Praxisprüfung - Nachweis, dass Sie und Ihr Hund miteinander harmonieren und die Hilfeleistungen gut aufeinander abgestimmt durchgeführt werden.

Zertifizierung

Erst nach in allen Sparten positiv abgeschlossener Prüfung und nach Verpflichtungserklärung Ihrerseits zur kontinuierlichen Weiterbildung erfolgt die Anerkennung Ihres Hundes als Assistenzhund. Nur dann kann der Hund in den Schwerbehindertenausweis eingetragen und mit der offiziellen Assistenzhunde-Kenndecke geführt werden, wodurch das Mensch-Hund-Team von besonderen Zugangsrechten, Begünstigungen und Förderungen profitiert.

Aber, wie gesagt, ist alles erst noch Zukunftsmusik ...